„Wer sich nicht mit Politik befasst, hat die politische Parteinahme, die er sich sparen möchte, bereits vollzogen: Er dient der herrschenden Partei.“ (Max Frisch)

 

Als soziales und politisches Wesen ist es dem Menschen nicht möglich, unpolitisch zu sein. Das Gymnasium hat daher den wichtigen Auftrag, junge Menschen zu eigenverantwortlichem Handeln, Urteilsfähigkeit und zur Übernahme von Verantwortung in der Gesellschaft zu erziehen - kurz: sie in ihrer Entwicklung zu mündigen Bürgern unserer lebendigen Demokratie zu unterstützen.  Ab der 10. Jahrgangsstufe übernimmt Sozialkunde als Leitfach der politischen Bildung diese besondere Aufgabe. Dabei wird der Blick auf historische und aktuelle Entwicklungen in Politik und Gesellschaft genauso miteinbezogen wie die kritische wie differenzierte Auseinandersetzung mit tagesaktuellen und zukünftigen Fragen und Herausforderungen für unsere Gesellschaft, unser politisches System und globale Prozesse. Grundlage der Herausbildung der eigenen Meinung und der Fähigkeit der Interessenartikulation ist dabei stets das Menschenbild der Demokratie sowie die Werte und Prinzipien der freiheitlich-demokratischen Grundordnung. Neben der Vermittlung von Wissen um politische Systeme und gesellschaftliche Entwicklungen unterstützt das Fach Sozialkunde die jungen Menschen auch beim Aufbau eines individuellen, auf Demokratie, Frieden, Freiheit und die Menschenrechte basierenden Wertesystems. So sollen sie einerseits selbstbewusst eigene Interessen vertreten können, sich andererseits aber auch verantwortungsbewusst, konsensfähig und tolerant zeigen und sich in die Schulgemeinschaft und die Gesellschaft insgesamt integrieren können.

 

Unterrichtsinhalte

Durchgehend kommt im Fach Sozialkunde dem Bezug zur Lebenswelt der jungen Menschen eine besondere Bedeutung zu, um möglichst anschaulich und konkret durch die komplexe Welt von Politik und Gesellschaft führen. Da die Informiertheit über tagesaktuelle Ereignisse in Politik und Gesellschaft von zentraler Bedeutung für den mündigen Bürger ist, sollen die jungen Menschen an das tägliche Lesen der Tagespresse herangeführt werden. Der Wochenbericht bildet daher eine Dauerhausaufgabe im Sozialkundeunterricht. Die Schülerinnen und Schüler müssen dabei in der Lage sein, über drei tagesaktuelle Themen vor der Klasse kurz zu referieren.

In der 10. Jahrgangsstufe beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler eingehend mit den verfassungsrechtlichen Grundlagen des deutschen Staats und der deutschen Gesellschaft, lernen das politische System der Bundesrepublik Deutschland kennen und erfahren, welche Möglichkeiten der Mitwirkung grundsätzlich bestehen. In den Jahrgangsstufen 11 und 12 weitet sich der Blick auf Struktur und Wandel der deutschen Gesellschaft, Grundzüge unterschiedlicher politischer Systeme der Gegenwart, Europa, internationale Politik und Herausforderungen für die Politik in einer globalisierten Welt. Neben diesen Sachinhalten bildet der Aufbau fachspezifischer Kompetenzen wie Medien-, Kommunikations- und Präsentationskompetenz sowie die Analysekompetenz hinsichtlich Verfassungsschemata, Statistiken, wissenschaftlicher und journalistischer Texte den Kern des Sozialkundeunterrichts. In Kombination befähigt dies die jungen Menschen, auf Sachkenntnis beruhende, begründete und reflektierte Urteile zu bilden und Handlungskompetenzen zu entwickeln.

 

Nützliche Links:

Bundeszentrale für politische Bildung: http://www.bpb.de/

Jugendmagazin der Bundeszentrale für politische Bildung: http://www.fluter.de/

Politiklexikon einfachPOLITIK: http://www.bpb.de/nachschlagen/lexika/249750/einfach-politik-lexikon-in-einfacher-sprache

Faltspicker zu politischen Themen: http://www.bpb.de/shop/lernen/Spicker-Politik/

Das Parlament (Zeitung der bpb): http://www.das-parlament.de/2017

Bayerische Landeszentrale für politische Bildung: http://www.blz.bayern.de/blz/blz/index.asp