Farben

Das Unterrichtsfach Kunst

Malen, Zeichnen, Formen, Gestalten usw. sind komplexe Vorgänge, die nicht durch eine einzelne Fähigkeit bestimmt werden.

 

Künstlerisches Tun bedeutet:

Ausbildung der Augen, des qualitativ hohen, präzisen Sehens nach Außen auf die Umwelt bzw. des Sehens nach Innen auf die eigene Vorstellung

Ausbildung des Körpers, insb. der Hände und Arme, um das Gesehene in eine Form zu bringen.

Erlernen von künstlerischen Techniken und richtiger Werkzeugbenutzung

Erlernen und Einüben von Kreativtechniken zur Entwicklung von Ideen und Vorstellungen

Kennenlernen der Kunst- und Kulturgeschichte, um daran das Denken und die Kommunikation der Menschen in ihrer jeweiligen Zeit nachvollziehen zu können

Kennenlernen des eigenen Ichs durch Fragen wie „Was will ich, was will ich nicht?“ bzw. „Wie will ich es, wie will ich es nicht?“

Kennenlernen von anderen „Ichs“, durch Vergleich des eigenen Werkes mit dem anderer


Wie bei vielen Dingen führt auch in der Kunst eine Kombination aus Wollen und Können, d. h. aus Motivation und Fähigkeiten zum Ziel. Der Wille, etwas erfahren und lernen zu wollen, sollte für Schülerinnen und Schüler am Gymnasium selbstverständlich sein. Passendes Werkzeug und Material sind Grundvoraussetzungen, um dieses Wollen im Kunstunterricht umsetzen zu können.

 

Grundausstattung

Ab der 5. Jahrgangsstufe werden benötigt:

3 holzgefasste Bleistifte (1x weich: 3B oder 4B | 1x mittel: HB | 1x hart: 3H oder 4H)

1 passender Spitzer

1 weicher Radiergummi, der nicht schmiert (traditionelle rot-blaue Radiergummis sind nicht geeignet)

1 Standardfarbkasten mit 12 oder 24 Farben

3 spitze Haarpinsel (1x fein: Nr. 2 oder 3 | 1x mittel: Nr. 5 oder 6 | 1x dick: Nr. 8 oder 10 oder 12)

1 Wasserbecher

1 saugfähiger Lappen

1 Satz gute Buntstifte mit den gängigen Farben

1 schwarzer Fineliner

1 Set Wachsmalstifte

1 Schnellhefter (freie Farbwahl)

 

Zudem in der 6. Jahrgangsstufe:

eine schwarze Tusche (keine Tinte!)
Hinweis: Zur Sicherheit sollte das Tuschefass in einer dicht verschließbaren Plastikbox oder in einem dicht verschließbaren Plastikbeutel aufbewahrt werden.

 

Zudem in der 7., 8. und 9. Jahrgangsstufe:

ein Geodreieck (von Vorteil ist ein größeres Geodreieck)

ein stabiles, transparentes Lineal mit mindestens 20 cm Länge

 

Malblöcke werden nicht benötigt. Insbesondere bei Pinseln sollte darauf geachtet werden, dass die Qualität stimmt. Ausschließlich Pinsel, deren Haare im nassen Zustand eine geradeaus nach vorne zeigende Spitze bilden, sind für präzises Malen geeignet. Solide Schulqualität ist bei allen Werkzeugen für den Unterricht vollkommen ausreichend. Richtiges Werkzeug und Material fördert die Freude und erhält dauerhaft die Motivation.

 

Ein paar allgemeine Tipps zur Weiterentwicklung des eigenen künstlerischen Tuns:

Nutze Deine Hände um Formen und Materialien zu „sehen“, zu verstehen. Taste, streichle, umfasse, forme, knete…

Sieh Dir Dein Motiv nicht nur an, sieh es Dir genau an. Wie sieht es genau aus?

Zeichne eine komplizierte Form nicht mit einer durchgezogenen Linie, sondern setze sie aus Teilen zusammen.

Zeichne mit dem Stift in Richtungen, die Du beherrscht. Zeichne nicht entgegen der Schreibrichtung.

Zeichne ohne Kraftaufwand. Drücke nicht auf. Lerne den Stift zu steuern – fein zu steuern.

Bürste nicht mit dem Pinsel. „Streichle“ das Papier mit der Pinselspitze.

Sieh Dir an, was innerhalb eines Umrisses zu sehen ist. Behandle das „Innerhalb“ genauso konzentriert wie den Umriss.

Male nicht mit reinbunten Farben aus dem Farbkasten, sondern mische Farben und stufe sie ab.

Male nicht aus, sondern male. Zeige z. B. Licht- und Schatten auf Unebenheiten durch hellen und dunklen Farbauftrag.

Sieh Dir an, was vorne, in der Mitte, hinten und ganz hinten ist. Entdecke so die Tiefe, den Raum, die Volumina.

Bringe alle Teilmotive in einen interessanten Zusammenhang, d. h. in eine spannende Gesamtkomposition.

Zeichne bzw. male täglich. Beginne mit 10 bis 20 Minuten.

Vergleiche ab und zu deine aktuellen Arbeiten mit früheren Arbeiten – und freue dich über die Entwicklung.

Sei ehrlich zu Dir bei der Frage, was Dir gelungen ist und was nicht.

Bearbeite Schwierigkeiten und freue Dich über Gelungenes.

Gehe in die Museen und schau Dir an, wie es andere gemacht haben. Was ist wie zu sehen?
Was zeigen die Künstler? Was zeigen die Künstler bewusst nicht?

Übe weiter, jeden Tag, übe, übe, übe… und es wird werden!