Deutsch – ein facettenreiches Fach

Geradezu selbstverständlich erscheint das Fach Deutsch im Stundenplan aller Jahrgangsstufen und ist (neben Mathematik) verpflichtendes schriftliches Abiturfach. Für die Schüler/-innen bedeutet dies, dass sie die Schulaufgaben i.d.R. als „Aufsätze“ besonders im Blick haben, sich mit Grammatik als Gegenstand der deutschen Sprache auseinandersetzen und mindestens einmal im Jahr eine Lektüre bearbeiten. Das allein ist aber nicht genug: weder für die Lernenden noch für die Lehrenden – und letztlich auch nicht für unsere Gesellschaft! „Der Deutschunterricht am Gymnasium ermöglicht durch die intensive Beschäftigung mit Sprache und Literatur kommunikative Kompetenz, kulturelle und ästhetische Bildung sowie Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. […]“ – So beschreibt es das Fachprofil des aktuell gültigen Lehrplans für das Gymnasium in Bayern (externer Link). Die Fachschaft Deutsch versteht das als Aufforderung. Die Schüler und Schülerinnen sollen durch ein vertieftes Verständnis der deutschen Sprache dazu befähigt werden, sich Sachverhalte aus allen Fachgebieten anzueignen und die Grenzen der eigenen Welt ständig zu erweitern. Dadurch werden sie zu Mitgliedern der Gemeinschaft, die die Welt mitgestalten können. Gerade an einem „Gymnasium im Aufbau“ können  dabei neue Wege beschritten werden.

Quelle: http://www.isb-gym8-lehrplan.de/contentserv/3.1.neu/g8.de/index.php?StoryID=26358

 

 

Sprechen

Szenisches Gestalten literarischer Texte gehört wie das wirkungsvolle Vortragen vorgegebener oder selbst verfasster Texte zum Kern des Deutschunterrichts, aber auch das freie Sprechen wird ab der 5. Jahrgangsstufe an unserem Gymnasium geübt: So haben sich in den Jahrgangsstufen 5 und 6 kurze Buchvorstellungen etabliert, bei denen die Schüler/-innen nicht nur frei (oder aus einer vorgegebenen Liste) gewählte Bücher vorstellen, sondern gleichfalls wichtige Kompetenzen im Bereich der freien Rede erlernen. In Jahrgangsstufe 7 und 8 steht diese dann vielfach im Rahmen von kleineren Rede- bzw. Diskussionsbeiträgen im Mittelpunkt.  In der 9. Jahrgangsstufe wird auf Kurzpräsentationen, Buchvorstellungen und freien Vortrag ebenfalls großer Wert gelegt. Hier erlernen die Schülerinnen den Umgang mit rhetorischen Mitteln beim Analysieren und Verfassen von Reden. Sie sollen die Kniffe der Redekunst sowohl erkennen als auch selbst nutzen können.Wichtig ist dabei stets ergänzend die Reflexion über das, was, und vor allem, wie es vorgetragen wurde: In kleinen Schritten lernen die Jugendlichen, anderen Rückmeldung zu geben – so trainieren sie die Feedback-Regeln in konkreter Anwendung und sind dazu angehalten, dem / der Vortragenden aufmerksam zuzuhören.  

 

Schreiben

Der Entwurf eines Schreibprogramms zählt zu den wichtigsten Aufgaben der Fachschaft. Inzwischen ist für die Jahrgangsstufen 5 bis 9 ein konkreter Rahmen für die in den Schulaufgaben geforderten und in Varianten umzusetzenden Schreibformen gefunden. Den Schülern/-innen gibt dies Sicherheit und den Lehrkräften Planungshilfe für die Pflichtelemente eines Schuljahres. Ergänzt wird dies durch Betätigungen im Bereich des kreativen und gestalterischen Schreibens. Diese haben ebenfalls ihren Platz im regulären Unterricht, wenngleich v. a. im Rahmen der Pluskurs-Intensivierungsgruppen wie auch durch die Wahlkurse „Kreatives Schreiben“ und „Schülerzeitung“ entsprechende Fähigkeiten der Jugendlichen besonders gefördert werden.

 

Sprache untersuchen, verwenden und gestalten – Sprachbetrachtung

 „Die Grenzen meiner Sprache sind die Grenzen meiner Welt“, sagte schon Ludwig Wittgenstein. Sprachkompetenz bedeutet Handlungskompetenz und zählt zu den grundlegenden Zielen des Deutschunterrichts. In den ersten Jahrgangsstufen wird die Sprachbetrachtung eher spielerisch gestaltet. Schüler/-innen der 8. Klasse setzen sich z.B. mit verschiedenen Dialekten auseinander, während in der 9. Klasse Soziolekte in den Vordergrund treten. Auf diese Weise lernen die Schüler/-innen ihren Umgang mit Sprache zu reflektieren und diese bewusst einzusetzen.

 

Sich mit Literatur und Sachtexten auseinandersetzen

Neben Sachtexten – etwa bei den Jahrgangsstufentests – bestimmen die literarischen Gattungen eine Vielzahl von Klassenprojekten. Die sog. Klassenlektüre ist in allen Jahrgangsstufen verpflichtend, wobei manchmal das reine Leseerlebnis, manchmal die Auseinandersetzung mit den Inhalten und der Gestaltung des Werks im Rahmen einer Portfolio-Arbeit im Mittelpunkt steht. In der 6. Jahrgangsstufe zählt die Teilnahme am „Vorlesewettbewerb des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels“ zu wichtigen Aktivitäten. Da das Fach Deutsch als Leitfach besonders die Lesekompetenz der Schüler/-innen fördern möchte, erarbeitet die Fachschaft aktuell ein Leseförderungskonzept in Anlehnung an das vom ISB empfohlene Konzept „mehr lesen – mehr verstehen“ (externer Link). Zudem lesen am „Welttag des Buches“ Lehrkräfte und Schüler/-innen verstärkt im Unterricht vor und beleben in den Pausen das Schulhaus als Vorlesende.

 

Medien nutzen und reflektieren

Dem Anspruch eines Leitfaches gemäß bringt sich die Fachschaft Deutsch bei der Erstellung des hauseigenen Methoden- und Mediencurriculums ein – vieles ist hierbei noch im statu nascendi, manches schon etabliert. Einen festen Punkt im „Veranstaltungsprogramm“ des Deutschunterrichts der 5. Klassen stellt der Besuch unserer Schülerbibliothek dar. Konkrete Projekte in der 9. Jahrgangsstufe sind die Vermittlung der Kompetenzen zur Erstellung einer Kurzthese und der Erarbeitung von Bewerbungsunterlagen für ein Betriebspraktikum am PC.

 

Fazit zum Fach Deutsch am Gymnasium Grünwald

Die Vielfalt der beschriebenen Projekte – von der öffentlichen Teilnahme an Wettbewerben bis hin zu bestaunenswerten Einzelergebnissen im Klassenzimmer – macht deutlich: Deutsch ist nicht nur ein wichtiges Leitfach auf dem Weg zum Abitur, es ist auch ein facettenreiches Fach, das Impulse für den Lebensweg des / der einzelnen Schülers/-in geben kann und einen wichtigen Beitrag zur Schulkultur zu leisten vermag.